FRÄNKISCHER TAG, SAMSTAG, 5. APRIL 2008 / B S. 17
Fränkische Schweiz
Auf dem rechten Weg zum Seelenheil
Restauratorin Gudrun Hanika hat dieses Gemälde wieder auf Hochglanz gebracht.
Foto: Josef Hofbauer
Gößweinstein – Es ist definitiv. Das Wallfahrtsmuseum öffnet am 1. Mai noch nicht seine Tore. „Wir sind froh, wenn bis dahin Fußböden und Decken fertig sind. Dann können wir mit der Einrichtung beginnen“ erklärt Dr. Regina Urban, Leiterin des Wallfahrtsmuseums. Der Eröffnungstermin? Irgendwann in diesem Sommer.
Aber mit Nadine Eckert (22) hat bereits die erste Praktikantin hier ihren Dienst angetreten. Die angehende Kulturwissenschaftlerin (mit Schwerpunkt Religion) aus Mistelgau recherchiert über Exponate, schreibt Texte zu Bildern, ordnet und inventarisiert.
Währenddessen arbeitet Textil-Restauratorin Sibylle Ruß aus Bamberg im Fürstensaal des Pfarrhauses an den Kleidern der Votivpuppen. Hier werden vorübergehend auch die Bilder zwischengelagert, die Restauratorin
gerade anliefert. Daneben warten die von Anke Lorenz restaurierten Wachsfiguren auf den Einzug ins Wallfahrtsmuseum.
Als erstes soll der Balilika-Laden in das ehemalige Mesnerhaus umziehen. Von hier aus staret der Besucher zu dem Rundgang, der zunächst durch eine Passage führt. Hier wird optisch und akustisch ins Thema Wallfahrt eingeführt. Über drei Wände und die Decke zieht sich der „Jakobsweg“. Einen Raum weiter kann man sich in unterschiedlichen Pilgergewändern betrachten. Ein technisches Kabinettstückchen, das sich Innenarchitekt Stefan Hering, Nürnberg, zusammen mit Dr. Regina Urban ausgedacht hat. Eine Zeitleiste veranschaulicht die Historie der christlichen Wallfahrt, von der Geburt Christi bis zum Wallfahrtsmuseum Gößweinstein.
Der Rundgang im Erdgeschoß endet bei den Votivpuppen und Wachsfiguren aus Gößweinstein. Ein Stockwerk höher werden Votivbilder und Silber-Reliefs präsentiert. Lumpen die von der Decke hängen, helfen auch Details zu erkennen.
„Der Mensch auf dem Weg zum Seelenheil“ heißt das Motto des Ausstellungsraumes, in dem Reliquien ebenso gezeigt werden wie Devotonalien. Dabei will sich Urban aber nicht auf den Katholizismus beschränken. Gerade im Vergleich mit anderen Religionen liege ein besonderer Reiz.
Eine Karte an der Decke dagegen verdeutlicht die Schwerpunkte des regionalen Wallfahrtsgeschehens im Erzbistum Bamberg. Zum Abschluss des Rundgangs sind in einem Raum in großen Tischvitrinen die Grundrisse der Basilika zu sehen. Darunter verbergen sich die Entwürfe zu den Deckengemälden des Gotteshauses.
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NOVUM In Gößweinstein eröffnet in diesem Sommer das erste Wallfahrtsmuseum Oberfrankens. Museumsleiterin Dr. Regina Urlaub erläutert das Konzept. Die erste Praktikantin hat bereits ihre Arbeit aufgenommen.
Von unserem Redaktionsmitglied JOSEF HOFBAUER


